Herzklopfen.

Langeweile. Die Gedanken ganz wo anders. Ihre Worte prallen an mir ab. Wofür brauche ich das denn nun alles? Schwirrt es mir durch den Kopf. Mir kommen gerade viele andere Dinge in den Sinn. Dinge, die für mich, zu dieser Zeit, viel wichtiger erscheinen. Eineinhalb Stunden, neunzig Minuten, klingt eigentlich nicht viel. Meine Gedanken schweifen trotzdem ab. Ich habe keine Konzentration. Nein! Ich muss aufpassen, lernen, meine Motivation halten und steigern.
Gedanken über die Dinge, die noch bevor stehen. Sie schießen mir durch den Kopf, in meiner Jacke summt es leise. Mein Handy. Überall im Raum Unterhaltungen. Jemand der Sudoku spielt, eine andere die bereit seit Beginn nur in einem Modemagazin blättert. Alle Gedanken schweifen.

Mein Name. Er ertönt in meinen Ohren. Ein Ruf, der mich herauszieht.
Ich bemerke, wie mir das Blut in den Kopf steigt. Alle Augen sind auf mich gerichtet. Das einzige Geräusch, mein pochendes Herz. Ich habe nicht gehört, meine Gedanken waren doch ganz wo anders. Warum ich denn nun?
Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht wo wir sind. Ein leises Flüstern, eine leises Wispern, welches mir helfen will. Ich höre es. Verstehe jedoch nicht. Kein einziges Wort.
In meinem Kopf sammeln sich Ausreden. Doch nichts erscheint mir passend genug, um dieser Situation geschickt aus dem Weg zu gehen, zu entfliehen. In meinem Kopf rattert es. Was soll ich machen. Mein Herz rast. Eine Stimme erhebt sich. Reißt mich aus dieser Flut von Ausreden. Eine verständnisvolle und zugleich provozierende Stimme. Sie wiederholte kühl den Sachverhalt. Langsam wird das Gewirr aus Stimmen zu einer. Keine Ausreden. Ich faste mich.

Komm schon, du weißt das. In meinem Kopf rattert es immer noch. Die Lösung kommt aus einer ganz weit, hinter Hunderten von Gedanken, versteckten Ecke. Konzentration. Ein kurzes beruhigendes Ritual. Kopf hoch, ruhig atmen, gerader Rücken, die Augen nach vorne gerichtet. Die anderen ausblenden, du schaffst das! 

Mit noch leicht zittriger Stimme, purzelten die Worte heraus. Satz für Satz. Ich bemerke diese Automatik, ich muss nicht nachdenken. Es passiert ganz automatisch. Wie von selbst und das aus meinem Mund.  Ein kleines Lächeln macht sich vorne auf dem molligen Gesicht breit. Meine Antwort ist scheinbar nicht an der Lösung vorbei, sie scheint richtig zu sein. Sie scheint zu sein, was erwartet wurde. Ich fühle mich immer selbstsicherer. Weitere Sätze fluten aus meinem Mund. Ich habe keine Angst, mein Herz klopft dennoch laut in meiner Brust. Zum einen peinlich berührt davon, ertappt worden zu sein, wie meine Gedanken abschweiften, zum anderen aber sehr froh darüber Mut gefasst zu haben und nun ein kleines Erfolgserlebnis verspüren zu können.
Ewigkeiten vergehen. Ich habe geredet. Viele Sätze und unendlich viele Wörter, doch es war richtig. Ich fühle mich gut.

Kopf hoch

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